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Organisieren Klassik vom Feinsten: Jürg Hochuli, Henriette Joppien und Erla Scholz. (Bild: David Suter)

 

St. Galler Tagblatt, 5. November 2014
MARTIN PREISSER

Mit Gespür für das Besondere

Die Hochuli Konzert AG in Gais feiert ihren 20. Geburtstag. Jürg Hochuli und seine beiden Mitarbeiterinnen – das ist mehr als eine normale Konzertagentur. Die drei bieten eine Rundumbetreuung – auch für sensible Künstler.

GAIS. «Vielleicht ist der eigene Musikgeschmack gar nicht der schlechteste Massstab», sagt Erla Scholz. Sie ist seit vierzehn, ihre Mitstreiterin Henriette Joppien seit neun Jahren rechte Hand von Jürg Hochuli, der den zwanzigsten Geburtstag seiner Agentur feiert. «Die beiden sind die Pilotinnen, ich mache den Reifenwechsel in der Box», sagt Hochuli mit hintergründigem Humor.

Der musikalische Geschmack der drei bestimmt eindeutig die Art und den Inhalt der Konzertreihen, für die Hochuli AG verantwortlich zeichnet: Sensible Künstler, die nach dem inneren Gehalt der Musik suchen, werden von dem Gaiser Team betreut. Pianisten wie András Schiff zum Beispiel oder Grigory Sokolov. Oder feinsinnige Dirigenten wie Philipp Herreweghe und Giovanni Antonini.

Das Hochuli-Trio versteht sich nicht als blosse Konzertagentur, sondern auch als Künstleragentur. «Künstler suchen bei der Betreuung die gleiche Wellenlänge. Wir halten ihnen den Rücken frei, damit sie sich voll und ganz auf ihre Kunst konzentrieren können», sagt Erla Scholz. «Künstler, die auf dem Podium sensibel musizieren, sind auch im Leben sensibel.»

Keine Zirkusartisten

Von Rundumbetreuung redet Jürg Hochuli. «Da suchen wir schon einmal nach einem vergessenen Regenschirm. Und wenn wir Künstler im Auto chauffieren, braucht es das genaue Gespür, ob man wirklich einfach so das Radio einschalten kann.» Musikalische Grossevents gibt es bei Hochuli nicht, auch nicht die musikalischen Zirkusartisten, sondern Konzerte, in denen das Besondere, das Überraschende, das Berührende passieren kann. Vieles, was das Trio aus Gais in den letzten Jahren auf den Weg gebracht hat, prägt heute auch die Ostschweizer Musiklandschaft: Über zwanzig Ausgaben der Ittinger Pfingstkonzerte, die internationale Ausstrahlung haben. Dann die gepflegten Ittinger Sonntagskonzerte, die auch interessante Nachwuchskünstler präsentieren.

Dazu kommen die Konzerte in der Klosterkirche Münsterlingen, aber auch die erfolgreiche Neue Konzertreihe Zürich in der dortigen Tonhalle. «Es ist auch die spezielle Ausstrahlung dieser Konzertorte, die für uns ins Gesamtpaket einer gelungenen Konzertorganisation gehören», sagt Jürg Hochuli.

Mit Leidenschaft fürs Sensible, so könnte man die Arbeit des Hochuli-Teams auch definieren. Und genau diese Sensibilität für den wirklich tiefen Gehalt des Musizierens und nicht für die nur blendende Virtuosität schätzt auch das Publikum der Hochuli-Konzerte. Die Abo-Zahlen sind gar leicht im Steigen. «Das Publikum ist uns gefolgt, und es liegt uns am Herzen. Die Zuhörer, die wir erreichen wollen, sind keine anonyme Masse», sagt Henriette Joppien.

Singen auf dem Klavier

Seit einigen Jahren vertritt die Hochuli Konzert AG den Ausnahmepianisten András Schiff exklusiv. Hochuli, Joppien und Scholz bewundern seine «tiefe Einsicht in das jeweilige Werk», seine breite, auch aussermusikalische Bildung und vor allem seine Kunst, «auf dem Klavier wirklich zu singen». Allzu angestrengt schaut die Konzertagentur Hochuli nicht in die Zukunft, hält aber aufmerksam Ausschau nach jungen Künstlern, die dem eigenen Ideal von verinnerlichter Musik entsprechen könnten. So betreut sie in Zürich eine neue Reihe. «Building Bridges» heisst sie und präsentiert junge, von András Schiff handverlesene und ausgebildete Pianisten.