Cappella Andrea Barca

Die Musiker der Cappella Andrea Barca sind zum überwiegenden Teil als Solisten und Kammermusiker in aller Welt tätig und an kein festes Orchester gebunden. Sie wurden von Sir András Schiff persönlich für die Gesamtaufführung der Mozart-Klavierkonzerte in der Mozartwoche Salzburg der Jahre 1999 bis 2005 ausgewählt. Die Cappella Andrea Barca ist seither regelmässiger Gast bei der Mozartwoche Salzburg.

Nach und nach weitete sich die Konzerttätigkeit des Orchesters unter der Leitung von Sir András Schiff aus: Seit 1999 gestaltet es regelmässig das Festival «Omaggio a Palladio» im Teatro Olimpico in Vicenza, wo es im Jahr 2001 auch an drei konzertanten Aufführungen von «Così fan tutte» mitwirkte. Das Ensemble war ausserdem in den Jahren 2004-2007 zu Gast beim Kunstfest Weimar. Hinzu kamen Tourneen in zahlreiche europäische Metropolen wie Wien, Innsbruck, Zürich, Basel, Genf, Athen, Brüssel, Luxemburg, Köln, Essen, Frankfurt, Bremen, Baden-Baden, Budapest und Lissabon. Zwei Tourneen im Mozart-Jahr 2006 führten die Cappella Andrea Barca in die USA, wo sie für drei Konzerte bei der New Yorker Carnegie Hall, ausserdem beim Lincoln Center und beim Kennedy-Center, Washington zu Gast war. Beim Beethovenfest Bonn 2008 und 2010 spielte die Cappella Andrea Barca weitere Konzerte. Im Jahr 2012 war die Cappella Andrea Barca mit der «h-Moll Messe» von J.S. Bach beim Lucerne Festival zu hören. Im Frühjahr 2014 führte sie in ebendort zusammen mit dem Balthasar Neumann-Chor unter der Leitung von Sir András Schiff die «Missa solemnis» von Beethoven auf. 2014 und 2015 war die Cappella Andrea Barca unter Sir András Schiff bei der Schubertiade in Schwarzenberg (Österreich) im Rahmen eines Schubert-Zyklus und 2016 beim Schleswig-Holstein Musik Festival, beim Rheingau Musik Festival und 2017 beim Festival «Sommets Musicaux de Gstaad» zu Gast.

Zum «Namenspatron» des Ensembles teilt uns sein Gründer, Sir András Schiff, folgendes mit: «Über das Leben des Andrea Barca wissen wir sehr wenig, trotz eifriger Bestrebungen der modernen Musikwissenschaft. Er wurde – vermutlich – zwischen 1730 und 1735 in Marignolle bei Florenz geboren, seine Eltern und Vorfahren waren ‹contadini› (Bauern). Er hatte eine enge Verbindung zu Wolfgang Amadeus Mozart, bei dessen Privatkonzert am 2. April 1770 in der Villa Poggio Imperiale bei Florenz er als Umblätterer mitgewirkt haben soll. Seit diesem Tag hat er sich entschlossen, sein Leben hauptsächlich der Interpretation Mozartscher Klavierwerke zu widmen. Seine Begeisterung brachte ihn auch nach Salzburg, wo seine Bemühungen mit sehr gemischtem Erfolg von seiten der berühmten Lokalpresse empfangen wurden. So kehrte unser Musiker in seine Heimat zurück, wo er als Komponist und Pianist wirkte. Von seinen zahlreichen Kompositionen muss vor allem sein Hauptwerk ‹La Ribollita bruciata› erwähnt werden, eine Oper (Dramma giocoso in due atti), die als Höhepunkt der toskanischen Musikgeschichte angesehen werden kann. Der Tod des Andrea Barca – wann, wo, und unter welchen Umständen er gestorben ist (wenn er überhaupt starb) – sollte hinfort ein geheimnisvolles Rätsel bleiben.»

Sir András Schiffs Bestreben geht dahin, die Cappella Andrea Barca so zu präsentieren, dass sie sich in solistischen und kammermusikalischen Formationen beweisen kann, was bei den meisten etablierten Orchestern nicht realisiert werden kann. «Was ich als Dirigent mache, ist eine Erweiterung des Kammermusikalischen; die Cappella ist also ein Kammermusikensemble aus exzellenten Solisten, aber vor allem Kammermusikern. Es finden sich sehr viele Streichquartettspieler in diesem Orchester, und das Spielen im Streichquartett bedeutet für das Musizieren ein Non plus ultra.» Überdies erachtet Sir András Schiff die menschliche und persönliche Komponente als ebenso wichtig: «Da gibt es keinen Platz für das Egoistische. Dieses Ensemble basiert auf gegenseitiger Sympathie, Verständnis, Gleichgestimmheit und gleichen Idealen – ästhetisch, musikalisch und menschlich.»

Die Biographie darf nur unverändert abgedruckt werden. Auslassungen und Veränderungen sind ausschliesslich nach Rücksprache mit dem Sekretariat gestattet.