Sir András Schiff Klavier

ECM-Diskographie




Cappella Andrea Barca
András Schiff


W. A. Mozart
Sinfonie Nr. 35 D-Dur "Haffner"
Don Giovanni-Ouvertüre
Klavierkonzert Nr. 20 d-Moll

DVD, Live im Teatro Olimpico Vicenza Mai 2008
mit

1. Violine
Erich Höbarth
Yuuko Shiokawa
Ulrike-Anima Mathé
Kathrin Rabus
Georg Egger
Ottavia Egger-Kostner
Jirí Panocha
Erika Tóth

2. Violine
Kjell Arne Jørgensen
Susanne Mathé
Stefano Mollo
Karin-Regina Florey
Zoltán Tuska
Pavel Zejfart
Eva Szabó
Lyrico Sonnleitner

Viola
Hariolf Schlichtig
Jean Sulem
Anita Mitterer
Michael Hanko
Sándor Papp
Miroslav Sehnoutka

Violoncello
Christoph Richter
Rudolf Gleissner
Heidi Litschauer
Xenia Jankovic
Jaroslav Kulhan

Kontrabass
Christian Sutter
Brita Bürgschwendtner
Holger Michalski

Flöte
Wolfgang Breinschmid
Sonja Korak

Oboe
Louise Pellerin
Laura Urbina

Klarinette
Riccardo Crocilla
Toshiko Sakakibara

Fagott
Stefan Schweigert
Claudio Alberti

Horn
Stephen Stirling
Georg Sonnleitner

Trompete
Fruzsina Hara
Gergely Lukács

Pauke
Stefan Gawlick


Sir András Schiff wurde 1953 in Budapest geboren. Den ersten Klavierunterricht erhielt er im Alter von fünf Jahren bei Elisabeth Vadász. Später setzte er sein Studium an der Franz-Liszt-Akademie in Budapest bei Prof. Pál Kadosa, György Kurtág und Ferenc Rados sowie bei George Malcolm in London fort.

Ein wichtiger Teil seiner Tätigkeit sind Klavierabende, und da im Besonderen die zyklischen Aufführungen der Klavierwerke von Bach, Haydn, Mozart, Beethoven, Schubert, Chopin, Schumann und Bartók. Seit 2004 hat Sir András Schiff in mehr als 20 Städten den kompletten Zyklus sämtlicher Klaviersonaten von Ludwig van Beethoven in chronologischer Reihenfolge aufgeführt. Deren Live-Mitschnitte aus der Zürcher Tonhalle auf CD (ECM) erhielten höchste Auszeichnungen. Für seine Einspielung «Geistervariationen» mit Werken von Robert Schumann (ECM) erhielt Sir András Schiff den International Classical Music Award 2012 in der Kategorie «Solo Instrument. Recording of the year». Seine jüngste Einspielung, die im Frühjahr 2015 erschien, ist Werken von Franz Schubert gewidmet.

Sir András Schiff tritt mit den meisten international bedeutenden Orchestern und Dirigenten auf. Einen Schwerpunkt setzt er auf die Aufführung der Klavierkonzerte von Bach, Mozart und Beethoven unter eigener Leitung. 1999 gründete er sein eigenes Kammerorchester, die «Cappella Andrea Barca», mit der er, wie auch mit dem Chamber Orchestra of Europe, als Dirigent und Solist eng zusammenarbeitet.

Seit früher Jugendzeit ist Sir András Schiff ein leidenschaftlicher Kammermusiker. Von 1989 bis 1998 leitete er die Musiktage Mondsee, ein Kammermusikfestival, das hohe internationale Anerkennung fand. Gemeinsam mit Heinz Holliger hatte er von 1995 bis 2013 die Künstlerische Leitung der Ittinger Pfingstkonzerte in der Kartause Ittingen, Schweiz, inne. Seit 1998 findet im Teatro Olimpico in Vicenza unter der Leitung von Sir András Schiff die Konzertreihe «Omaggio a Palladio» statt.

Sir András Schiff wurde mit mehreren internationalen Preisen ausgezeichnet. Er wurde im Juni 2006 für seinen ausserordentlichen Rang als Beethoven-Interpret durch die Wahl zum Ehrenmitglied des Beethoven-Hauses Bonn gewürdigt. Im September 2008 erhielt Sir András Schiff die Medaille der Wigmore Hall für sein dortiges 30jähriges musikalisches Wirken. Sir András Schiff ist ausserdem Träger des Robert-Schumann-Preises der Stadt Zwickau des Jahres 2011. Im Januar 2012 wurde dem Künstler die Goldene Mozart-Medaille der Internationalen Stiftung Mozarteum verliehen. Im darauf folgenden Juni erhielt er den „Orden pour le mérite für Wissenschaften und Künste“. Im selben Jahr wurde er zum Ehrenmitglied des Wiener Konzerthauses und zum „Special Supernumerary Fellow of Balliol College“ (Oxford, UK) ernannt. Sir András Schiff wurde 2012 das Grosse Verdienstkreuz mit Stern der Bundesrepublik Deutschland verliehen. Für sein herausragendes musikalisches Schaffen erhielt er im Dezember 2013 in London mit der Goldmedaille der Royal Philharmonic Society die höchste Auszeichnung dieser Gesellschaft. Im Juli 2014 verlieh ihm die University of Leeds die Ehrendoktorwürde.

Im Frühjahr 2011 hat Sir András Schiff für Aufsehen gesorgt, als er öffentlich gegen die alarmierende politische Entwicklung in Ungarn Stellung bezog. Aus den teilweise beleidigenden Angriffen, denen er sich daraufhin von Seiten ungarischer Nationalisten ausgesetzt sah, hat Sir András Schiff die Konsequenz gezogen, in seiner Heimat keine Konzerte mehr zu geben.

Im Juni 2014 wurde er von Queen Elizabeth II für seine Verdienste für die Musik in den Adelsstand erhoben.

(Oktober 2015)


Cappella Andrea Barca

Die Musiker der Cappella Andrea Barca sind zum überwiegenden Teil als Solisten und Kammermusiker in aller Welt tätig und an kein festes Orchester gebunden. Sie wurden von Sir András Schiff persönlich für die Gesamtaufführung der Mozart-Klavierkonzerte in den Mozartwochen Salzburg der Jahre 1999 bis 2005 ausgewählt. Die Cappella Andrea Barca ist seither regelmässiger Gast bei der Mozartwoche Salzburg.

Nach und nach weitete sich die Konzerttätigkeit des Orchesters unter der Leitung von Sir András Schiff aus: Seit 1999 gestaltet es regelmässig das Festival «Omaggio a Palladio» im Teatro Olimpico in Vicenza, wo es im Jahr 2001 auch an drei konzertanten Aufführungen von «Così fan tutte» mitwirkte. Das Ensemble war ausserdem in den Jahren 2004-2007 zu Gast beim Kunstfest Weimar. Hinzu kamen Tourneen in zahlreiche europäische Metropolen wie Wien, Innsbruck, Zürich, Basel, Genf, Athen, Brüssel, Luxemburg, Köln, Essen, Frankfurt, Bremen, Baden-Baden, Budapest und Lissabon. Zwei Tourneen im Mozart-Jahr 2006 führten die Cappella Andrea Barca in die USA, wo sie für drei Konzerte in die New Yorker Carnegie Hall, ausserdem in die dortige Avery Fisher-Hall und in den Kennedy-Center, Washington eingeladen war. Beim Beethovenfest Bonn 2008 und 2010 spielte die Cappella Andrea Barca weitere Konzerte. 2006 wie auch 2012 war die Cappella Andrea Barca auch beim Lucerne Festival zu hören. Im Frühjahr 2014 führte sie in ebendort zusammen mit dem Balthasar Neumann-Chor unter der Leitung von Sir András Schiff die «Missa solemnis» von Beethoven auf. 2014 und 2015 war die Cappella Andrea Barca unter Sir András Schiff bei der Schubertiade in Schwarzenberg (Österreich) im Rahmen eines Schubert-Zyklus und 2016 beim Schleswig-Holstein Musik Festival und beim Rheingau Musik Festival zu Gast.

Zum «Namenspatron» des Ensembles teilt uns sein Gründer, Sir András Schiff, folgendes mit: «Über das Leben des Andrea Barca wissen wir sehr wenig, trotz eifriger Bestrebungen der modernen Musikwissenschaft. Er wurde – vermutlich – zwischen 1730 und 1735 in Marignolle bei Florenz geboren, seine Eltern und Vorfahren waren ‹contadini› (Bauern). Er hatte eine enge Verbindung zu Wolfgang Amadeus Mozart, bei dessen Privatkonzert am 2. April 1770 in der Villa Poggio Imperiale bei Florenz er als Umblätterer mitgewirkt haben soll. Seit diesem Tag hat er sich entschlossen, sein Leben hauptsächlich der Interpretation Mozartscher Klavierwerke zu widmen. Seine Begeisterung brachte ihn auch nach Salzburg, wo seine Bemühungen mit sehr gemischtem Erfolg von seiten der berühmten Lokalpresse empfangen wurden. So kehrte unser Musiker in seine Heimat zurück, wo er als Komponist und Pianist wirkte. Von seinen zahlreichen Kompositionen muss vor allem sein Hauptwerk ‹La Ribollita bruciata› erwähnt werden, eine Oper (Dramma giocoso in due atti), die als Höhepunkt der toskanischen Musikgeschichte angesehen werden kann. Der Tod des Andrea Barca – wann, wo, und unter welchen Umständen er gestorben ist (wenn er überhaupt starb) – sollte hinfort ein geheimnisvolles Rätsel bleiben.»

Sir András Schiffs Bestreben geht dahin, die Cappella Andrea Barca so zu präsentieren, dass sie sich in solistischen und kammermusikalischen Formationen beweisen kann, was bei den meisten etablierten Orchestern nicht realisiert werden kann. «Was ich als Dirigent mache, ist eine Erweiterung des Kammermusikalischen; die Cappella ist also ein Kammermusikensemble aus exzellenten Solisten, aber vor allem Kammermusikern. Es finden sich sehr viele Streichquartettspieler in diesem Orchester, und das Spielen im Streichquartett bedeutet für das Musizieren ein Non plus ultra.» Überdies erachtet Sir András Schiff die menschliche und persönliche Komponente als ebenso wichtig: «Da gibt es keinen Platz für das Egoistische. Dieses Ensemble basiert auf gegenseitiger Sympathie, Verständnis, Gleichgestimmheit und gleichen Idealen – ästhetisch, musikalisch und menschlich.»

(September 2016)


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